Die Temperaturen steigen nicht nur in Phuket, sondern auch die Sorgen vieler Langzeitbewohner in Thailand. Immer mehr Expats, die vor drei oder vier Jahren in die entspannte Tropenidylle ausgewandert sind, stellen ihre finanzielle Situation auf den Prüfstand. In den letzten Jahren kam es nicht nur zu Anstiegen bei den Mieten, angeblich um bis zu 12% in den expat-nahen Stadtvierteln Bangkoks, sondern auch die Preise in den beliebten Garküchen sind gestiegen. Ein einfaches Nudelgericht, das einst für 40 Baht zu haben war, kostet mittlerweile zwischen 50 und 60 Baht. Dieser Anstieg der Lebenshaltungskosten lässt viele Auswanderer an ihrer Zukunft in Thailand zweifeln.
Ab dem 1. Januar 2024 gilt eine neue Regelung: Wer mehr als 180 Tage im Jahr in Thailand lebt, wird steuerlich als ansässig betrachtet. Das bedeutet, dass Auslandseinkünfte auf deklariert werden müssen, sobald sie nach Thailand überwiesen werden. Einmalige Steuerzahlungen fallen nur auf Geld an, das tatsächlich im Land verbleibt. Es gibt jedoch auch positive Nachrichten für Rentner: Wer monatlich 65.000 Baht überweist und über 65 Jahre alt ist, profitiert häufig von steuerlichen Freibeträgen.
Steuerliche und finanzielle Überlegungen
Das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz regelt die Besteuerung von Renten, wobei Beamtenpensionen aus Deutschland weiterhin steuerpflichtig bleiben. Um sich als Rentner in Thailand niederlassen zu können, benötigen Personen ab 50 Jahren das Non-OA-Rentnervisum. Hierbei ist der Nachweis von entweder 800.000 Baht auf einem thailändischen Konto oder ein monatliches Einkommen von mindestens 65.000 Baht erforderlich. Zudem ist seit Oktober 2021 der Abschluss einer Krankenversicherung mit einer Mindestdeckung von 3.000.000 Baht verpflichtend. Hierfür müssen jährlich etwa 100.000 bis 140.000 Baht eingeplant werden.
Die Lebenshaltungskosten in Thailand variieren je nach Region. In Bangkok oder Phuket liegen die Ausgaben bei etwa 60.000 Baht (ca. 1.600 Euro) für einen bescheidenen Lebensstil, während 80.000 Baht bereits einen komfortablen Alltag ermöglichen. In ruhigeren Gegenden wie Chiang Mai können hingegen 50.000 bis 60.000 Baht ausreichen, um gut zu leben.
Umfragen und Alternativen
Eine Umfrage aus dem Jahr 2025 zeigt, dass mehr als 55% der Expats ihre Langzeitpläne überdenken. Interessanterweise geben 85% dennoch an, dass das eigene Einkommen für einen angenehmen Lebensstil reicht. Wer jedoch mit dem Gedanken spielt, Thailand zu verlassen, schaut vermehrt in Richtung Vietnam, Malaysia oder Portugal als mögliche Alternativen.
Für all jene, die sich entscheiden, in Thailand zu bleiben, ist es wichtig, die steuerliche Lage genau zu klären, auf eine ausreichende Krankenversicherung zu achten und die Kontodokumentation sorgfältig aufzubewahren. In dieser schnelllebigen Zeit der Veränderungen lohnt es sich, gut informiert zu sein und gegebenenfalls die eigene Planung anzupassen, um weiterhin in der sonnigen Heimat leben zu können.
Für weitere Informationen über die aktuelle Situation der Expats in Thailand empfehlen wir, den Artikel auf Wochenblitz zu lesen.