Junge alarmiert Polizei nach tödlichem Schusswechsel mit betrunkenem Vater
Ein Junge in Phuket alarmierte die Polizei, nachdem sein betrunkener Vater seine Mutter erschoss. Der Vorfall wirft Fragen zu Waffengesetzen auf.

Junge alarmiert Polizei nach tödlichem Schusswechsel mit betrunkenem Vater
Ein schockierender Vorfall hat am 21. Dezember die Bewohner des Thalang-Distrikts in Phuket erschüttert. Ein kleiner Junge wählte mutig den Notruf, nachdem er erlebt hatte, wie sein betrunkenes Vater Schüsse abgab und seine Mutter verletzte. Der 41-jährige Thattaphong wurde von der Polizei am Wohnort festgenommen, nachdem der Junge alarmiert hatte. Bei der Ankunft der Beamten war die Mutter, 35 Jahre alt und als Wiphaporn identifiziert, bereits mit einer schweren Schussverletzung ins Thalang Hospital gebracht worden.
Die Ereignisse spielten sich in der Soi Nam Tok Ton Tho ab. Laut den ersten Ermittlungen hatte Thattaphong stark Alkohol konsumiert und eine Waffe abgefeuert. Dabei traf eine Kugel Wiphaporn an der rechten Schulter, was zu einer schweren Verletzung führte. Nachbarn eilten zur Hilfe und brachten sie sofort in die Klinik. Tragischerweise wurde Wiphaporn getroffen, als sie nach Hause kam, um einige Dinge abzugeben und dabei von einer Kugel getroffen wurde. Der tapfere Junge meldete die Situation während telefonischen Kontakten mit seiner Mutter.
Ermittlungen und Waffengesetze
Bei der Durchsuchung des Hauses fanden die Beamten nicht nur die benutzte 9mm Pistole, sondern auch zwei selbstgebaute Waffen, eine kompatibel mit .38 Kaliber und die andere mit 11mm Munition. Thattaphong hat eine kriminelle Vorgeschichte, einschließlich Vorstrafen wegen Körperverletzung, was die Schwere seiner aktuellen Situation verdeutlicht. Er muss sich nun wegen versuchten Mordes, illegalen Waffenbesitzes und des Abfeuerns einer Waffe unter Alkoholeinfluss verantworten.
In Thailand sind die Waffengesetze äußerst streng. Laut Siam Center Law Group gibt es klare Vorschriften über den Erwerb, Besitz und das Tragen von Feuerwaffen. Nur unter bestimmten Bedingungen dürfen Bürger Waffen besitzen, und das Tragen in der Öffentlichkeit ist stark reglementiert. Besonders hervorzuheben sind die strengen Strafen gegen unrechtmäßigen Waffenbesitz, die bis zur lebenslangen Haft oder sogar zur Todesstrafe reichen können, wenn Waffen bei einem Verbrechen eingesetzt werden.
Ein größeres Problem?
Der Vorfall in Phuket ist nicht nur ein tragisches Einzelschicksal. Er reiht sich in eine besorgniserregende Entwicklung innerhalb des Landes ein. Im Oktober 2023 eröffnete ein 14-jähriger im Siam Paragon Einkaufszentrum in Bangkok das Feuer, was das Thema Waffengewalt erneut in den Fokus rückt. Thailand belegt Platz 13 unter den Ländern mit dem höchsten zivilen Waffenbesitz, mit über 10,34 Millionen Waffen im Zivileigentum. Diese Zahlen werfen einen Schatten auf die Bemühungen der Regierung, die Sicherheit in Schulen und anderen öffentlichen Orten zu erhöhen.
Krisanaphong Poothakool, ein Experte für Kriminologie, kritisierte die unzureichende Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen in sensiblen Einrichtungen wie Kindertagesstätten und forderte dringend Maßnahmen zur Bekämpfung der Waffengewalt. Dieser Aufruf ist umso dringender, nachdem das Land in der Vergangenheit bereits mit dramatischen Vorfällen konfrontiert war, wie dem Amoklauf in Nong Bua Lamphu, bei dem 36 Menschen ermordet wurden. Überlebende und trauernde Familien kämpfen seitdem mit den traumatischen Erinnerungen.
Der Vorfall in Phuket und die anschließenden Ermittlungen werfen ein grelles Licht auf die Herausforderungen, vor denen Thailand im Umgang mit Waffen und deren Regulierung steht. Die Bevölkerung und die Behörden sind nun gefordert, Maßnahmen zu ergreifen und ein sicheres Umfeld für alle zu schaffen.