In Thailand brodelt es und das nicht nur unter der Oberfläche des schönen Inselparadieses Phuket. In den letzten Tagen äußerte sich นายชิบ จิตนิยม, ein senatorischer Kritiker, in eindringlichen Worten zur aktuellen Handelslage mit China. Seiner Meinung nach mangelt es an einer durchdachten Strategie, um dem wachsenden Handelsbilanzdefizit entgegenzuwirken, das von 600 Milliarden Baht im Jahr 2015 auf alarmierende 2,02 Billionen Baht im Jahr 2024 angestiegen ist.
Ein Blick auf die Zahlen verrät, dass allein im Januar 2024 das Defizit mit China bereits mehr als 260 Milliarden Baht betrug. Besonders betroffen sind nicht nur Rohstoffe und Maschinen, sondern auch Elektronikprodukte. Mobiltelefone und Smartphones spielen dabei eine zentrale Rolle und verursachten einen Wert von fast 1,2 Billionen Baht (rund 38 Milliarden USD). Das hat die thailändische Wirtschaft unter neuen Druck gesetzt.
Die Schatten der Konkurrenz
Doch warum ist das so? Die Antwort liegt in Chinas starker „Made in China“-Politik, die nicht nur die Qualität von Produkten steigert, sondern auch Thailands Wettbewerbsfähigkeit enorm herausfordert. In den letzten fünf Jahren hat Thailand in Branchen, die in direkter Konkurrenz zu China stehen, einen beachtlichen Rückgang in der Produktion erlebt. Mehr als 852 Fabriken wurden in den vergangenen zwei Jahren geschlossen – eine besorgniserregende Entwicklung, die die wirtschaftliche Stabilität gefährdet.
Würden wir die Augen verschließen, wäre das leicht. Doch die Realität zeigt: Über 1.700 Betriebe mussten in den beiden Jahren davor schließen, und auch illegale Geschäfte, darunter „graue“ chinesische Aktivitäten und Betrugsanrufe, verursachen weitere Schwierigkeiten. Die Studie von Germany Trade & Invest zeigt zudem, dass Thailand im globalen Investitionsranking an Attraktivität verloren hat – Malaysia und Vietnam gewinnen deutlich an Boden.
Der Weg nach vorne
Die Regierung hat zwar Pläne zur Förderung neuer Industrien in Bereichen wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Robotik und saubere Energie angekündigt, dennoch bleiben klare Zeitrahmen und Ziele aus. Ein Vorschlag von นายชิบ zur Schaffung eines speziellen Teams, das Experts für Politik, Wirtschaft und Kultur bündeln soll – genannt „China Man“ – könnte ein Schritt in die richtige Richtung sein, um die Herausforderungen besser zu meistern.
Doch der Strudel der Herausforderungen reißt nicht ab. Der thailändische Außenhandel könnte 2024 auf beachtliche 307 Milliarden US-Dollar gewachsen sein, mit einem Exportwert von 301 Milliarden, jedoch bleibt das Handelsbilanzdefizit in diesem Jahr unübersehbar. Die Warenlieferungen aus Deutschland verloren an Schwung und sanken um 9 %, während der Anteil an den Gesamtimporten auf einen Tiefstand von 1,8 % fiel – ein Beleg für das sich wandelnde Handelsumfeld.
China bleibt indessen als Hauptlieferant für Thailand unangefochten. 2024 belief sich der Importwert auf 80 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 13 % im Vergleich zu 2023 entspricht. So kommt mehr als ein Drittel der Kfz-Importe aus China und die Elektronikprodukte machen über 20 % der Gesamteinfuhren aus. Ein Wink mit dem Zaunpfahl, wie stark China die thailändische Wirtschaft beeinflusst.
Abschließend lässt sich sagen, dass Thailand vor einer Vielzahl von Herausforderungen steht – sowohl in der Politik als auch in der Wirtschaft. Die Zeit wird zeigen, ob das Land die nötigen Schritte unternehmen kann, um in der globalisierten Welt nicht weiter ins Hintertreffen zu geraten.