Am 9. April hat die Phuket Times ein schockierendes Video von einem Verkehrsunfall veröffentlicht, der sich am 8. April in der Gemeinde Sakhu ereignet hat. Bei diesem Vorfall geriet ein ausländischer Fahrer mit seinem Toyota Yaris in den Gegenverkehr und kollidierte mit einem Motorrad, auf dem drei thailändische Mädchen fuhren. Der Unfall, der sich in unmittelbarer Nähe der Moschee Bang Ma Lao und des Flughafens Phuket ereignete, verletzte die 14-jährige Arlina Petchkaew aus der Provinz Phang Nga schwer. Als Folge wurde ein Aufruf zur Blutspende für das Mädchen veröffentlicht, um ihre Chancen auf Genesung zu erhöhen. Die Ermittler konnten nach der Auswertung der Überwachungskamera und Aussagen von Zeugen bestätigen, dass der Fahrer, Michael Kamal Nessim Mikhail, 29 Jahre alt, zweifelsfrei die Fahrbahnmarkierung überschritt, was zu der Kollision führte.
Die Unfallursache wurde als fahrlässiges Verhalten des Autofahrers eingestuft, und die Behörden haben diese Erkenntnisse für mögliche rechtliche Schritte dokumentiert. Auch wenn der Unfall in der öffentlichen Wahrnehmung sorgt, ist er leider Teil eines größeren Problems, das Thailand seit Jahren plagt: die hohe Verkehrsunfallrate und die damit verbundenen Verletzungen und Todesfälle.
Die Verkehrssituation in Thailand
Laut dem Asian Transport Observatory bleibt die Verkehrssicherheit in Thailand ein gravierendes Anliegen. Im Jahr 2021 verzeichnete das Land schätzungsweise 18.000 Verkehrstote, wobei Verkehrsunfälle etwa 3,5% aller Todesfälle ausmachten. Die Statistiken zeigen große Unterschiede in den gemeldeten Zahlen der Verkehrstoten, die zwischen 7.000 und 22.000 variieren. Während der Anteil der weiblichen Verkehrstoten leicht gesenkt wurde, ist der Anteil von Minderjährigen und Senioren hingegen gestiegen.
Obwohl es in den letzten Jahren Fortschritte gegeben hat, wie einen Rückgang der Verkehrstoten um 5,9% pro Jahr zwischen 2016 und 2021, stehen die ambitionierten Ziele der Region Asien-Pazifik, die Verkehrstoten bis 2030 um die Hälfte zu reduzieren, auf der Kippe. Der Anteil von Fußgängern und Radfahrern an den Verkehrstoten ist in Thailand mit nur 2% besonders niedrig – im Vergleich zum Durchschnitt von 31% in der Asien-Pazifik-Region.
Strategien zur Verbesserung der Verkehrssicherheit
Um die Verkehrssicherheit zu verbessern, wurde der Thailand Road Safety Master Plan 2022-2027 ins Leben gerufen. Dieser Plan enthält verschiedene Ziele, darunter die Verbesserung der Infrastruktur für den öffentlichen Nahverkehr und die Reduzierung der Verkehrstoten im öffentlichen Verkehr bis 2036. Trotz solcher Pläne gibt es laut einer Studie nur 19% der Straßeninfrastruktur in Thailand mit einer IRAP-Bewertung von 3 Sternen oder besser für Fußgänger.
Die Kosten durch Verkehrsunfälle beliefen sich 2021 auf etwa 36 Milliarden USD, was rund 7% des thailändischen BIP entspricht. Angesichts der hohen Fahrzeugdichte, mit 596 Fahrzeugen pro 1.000 Einwohner, von denen über die Hälfte Zweiräder sind, ist es dringend notwendig, in sichere Verkehrsmaßnahmen zu investieren.
Zusammengefasst zeigt sich, dass die Verkehrsunfälle in Thailand weiterhin ein ernstes Problem darstellen. Die Geschehnisse in Phuket verdeutlichen die Dringlichkeit, mit der Maßnahmen zur Sicherheit im Straßenverkehr umgesetzt werden müssen. Nur so kann einer weiteren Tragödie vorgebeugt werden.